JGA in Hamburg: Michelle verrät, was sie als Trauzeugin gelernt hat — und was sie nie wieder machen würde
Von Michelle, Co-Gründerin von Candle Crew
Ich war Trauzeugin.
Für eine meiner liebsten Menschen.
Und ich hatte 14 Mädels zu koordinieren. Aus Hamburg, München, der Schweiz und einer, die extra aus China angereist ist.
Wenn du gerade selbst vor der JGA-Planing sitzt und denkst: „Wie soll das bitte funktionieren?", dann ist dieser Artikel genau richtig für dich. Nicht als perfekte Anleitung, sondern als ehrliche Geschichte von jemandem, die es selbst durchgelebt hat.
1. Hamburg, ein Wochenende, 14 Frauen
Die Idee war schnell gefunden. Der Ort auch. Hamburg war für die meisten halbwegs gut erreichbar, und ich kannte die Stadt. Was ich als erstes unterschätzt hatte: Eine Unterkunft für 14 Personen zu finden, die nicht aussieht wie ein Jugendherbergs-Alptraum.
Aber es stellte sich noch raus, dieses Thema war am Ende nicht das nervenraubenste. 😅
Die eigentliche Herausforderung war die Gruppe selbst. 14 Meinungen. 14 Vorstellungen davon, was ein perfekter JGA ist. Und gleichzeitig auch Girls, die sagen „mir ist alles egal" — was es erstaunlicherweise nicht leichter macht.
Ich habe damals gelernt:
Die Planung ist nicht das Problem. Alle Wünsche/Meinungen/Stimmungen einen Hut zu bekommen, ist die große Challenge.
2. Was Hamburg als JGA-Stadt wirklich bedeutet
Wer an einen JGA in Hamburg denkt, denkt zuerst an die Reeperbahn. Und das aus gutem Grund. An Sommerwochenenden reiht sich dort gefühlt eine JGA Gruppe an die nächste. Ich habe mal einen Abend mitgezählt: locker 20 JGA-Gruppen, alle mit Bauchladen, Kostümen und viel guter Laune.
Ich kenne das noch aus meiner Zeit im Hotel. Freitag war bei uns gefühlt „JGA-Check-in-Day" — zehn Gruppen gleichzeitig in der Lobby, alle in gleichen Shirts (Braut mit Mini-Schleier), alle bereit für DAS Wochenende. Ich erinnere mich noch genau, wie ich irgendwann auf dem Tresen stand — kein Witz — um überhaupt gehört zu werden und die Gruppen halbwegs gesammelt einzuchecken. Laut, chaotisch und gleichzeitig irgendwie auch ziemlich lustig.
Aber Hamburg ist mehr als die Reeperbahn. Das Schanzenviertel ist ein schönes Gegenstück: mehr Bars, etwas alternativer, weniger „Party non stop". Und dann gibt es noch die ruhigeren Optionen rund um die Alster — Picknick, Tretboot fahren, einfach zusammen spazieren gehen. In Hamburg kann ein JGA so viele verschiedene Vibes haben.
3. Was ich nie wieder machen würde
Hier kommt die ehrliche Antwort auf die Aussage im Titel.
Ich würde mich nie wieder so sehr in der Rolle als Trauzeugin verlieren.
Ich habe damals gemerkt, wie sehr ich mich über einen langen Zeitraum — von der ersten Planung bis zur Hochzeit — nur noch über diese eine Rolle definiert habe. Ohne es wirklich zu merken, habe ich mir selbst extrem viel Druck gemacht. Nicht, weil jemand das erwartet hätte. Sondern weil ich dachte, ich müsste allem gerecht werden. Der Braut, der Gruppe, dem Wochenende, dem Moment.
Rückblickend würde ich mir wünschen, mir öfter selbst gesagt zu haben:
Du darfst das auch leicht nehmen.
Mit genauso viel Herz — aber mit mehr Abstand zur Rolle. Und mit dem Bewusstsein, dass ich mehr bin als „die Trauzeugin".
4. Wie aus all dem Candle Crew wurde
Was viele nicht wissen: Candle Crew hat seine Wurzeln genau in dieser Erfahrung.
Bevor es uns gab, gab es Katrin mit ihrem Mindful Bride Club und mich als virtuelle Assistentin. Beide mit Event-Background, kennengelernt über unser Netzwerk. Unser erstes gemeinsames Projekt war tatsächlich ein JGA-Planer (findest du hier, wenn du neugierig bist).
Der Hintergrund:
Ich hatte für meinen eigenen JGA damals mehrere Bücher gekauft, in der Hoffnung auf echte Unterstützung. Und ganz ehrlich, da war viel dabei, aber wenig, was wirklich geholfen hat.
Also haben wir unser Wissen gebündelt. Mit echtem Event-Know-how, eigenen Erfahrungen und Dingen, die in der Praxis wirklich funktionieren.
Und dann kam Katrin irgendwann mit einer Idee um die Ecke: Sie hatte selbst einen Kerzenworkshop gemacht und meinte: „Das wäre doch eigentlich perfekt für JGAs."
Gesagt, getan — wie das bei uns so ist, wurde aus der Idee ziemlich schnell eine Landingpage. Noch bevor wir komplett ready waren, kamen die ersten Anfragen rein. Wir sind ein bisschen ins kalte Wasser gesprungen. Aber genau daraus sind unsere ersten Workshops entstanden.
Und relativ schnell haben wir gemerkt:
Das passt einfach unglaublich gut. Weil es eine echte Alternative zu den klassischen JGA-Aktivitäten ist — etwas Entspanntes, Kreatives, bei dem man wirklich Zeit miteinander verbringt. Kein Programm, das durch den Tag jagt. Keine Aktivität, die man einfach abhakt.
Und am Ende nimmt jede so viel mit nach Hause: ihre eigenen Kerzen, die gemeinsamen Momente und wirklich Zeit mit der Braut.
5. Was ich heute anders machen würde — und was ich dir mitgeben will
Wenn ich heute einen JGA in Hamburg organisieren würde, wäre meine wichtigste Erkenntnis diese: Es geht nicht darum, den perfekten Tag zu planen. Es geht darum, echte Momente zu schaffen.
Die Reeperbahn wird immer eine Option sein. Und manchmal ist sie genau das Richtige. Aber wenn du eine Braut hast, die lieber lacht als tanzt, lieber erschafft als konsumiert, lieber verbindet als feiert — dann gibt es bessere Wege.
Unser Duftkerzen-Workshop ist einer davon. Kein Stress, keine Warteschlange vorm Club, kein Koordinationschaos. Stattdessen: Düfte, Wachs, Deko, Sektchen, und zwei Stunden, in denen alle wirklich eine tolle Zeit zusammen haben.
Wenn das nach dem JGA klingt, den ihr euch vorstellt, freuen wir uns auf euch.
Eure Michelle
Über die Autorinnen
Wir sind Katrin & Michelle — die Köpfe (und Hände) hinter Candle Crew Events.
Wir bringen Menschen zusammen, um gemeinsam Kerzen zu gießen, den Alltag hinter sich zu lassen und etwas ganz Individuelles zu erschaffen.
Weit weg von Perfektion und immer mit einer extra Prise Glitzer.